Forenthema:Gesundheitsvorsorge – Prävention – Krankheiten
Forentitel:Herz- und Gefäßerkrankungen
Beitrag:Carotis-Stenose
AutorFrage an den Experten
Frau Petra H vom 08.08.2017 12:38 Uhr

Guten Tag,

bei meiner Zwillingsschwester wurde per Zu fall festgestellt, dass sie an einer stelle der linken Halsschlagader eine 80%ige Verengung hat. Man sagte ihr, wenn sie einverstanden ist, kann sofort operiert werden (also in ca. 3 Wochen) Die Verengung sei hochgradig , aber kein Notfall, da sie noch Durchfluss hat.Ein Freund ist Alternativ-Mediziner und hat nachweislich bei Gefäßverengungen gute Erfolge erzielt. Zur Zeit hat meine Schwester die Meinung, nach einem Vierteljahr ein weiteres CT machen zu lassen, und falls keine Besserung, dann operieren zu lassen. Sie nimmt jetzt mega-hoch-dosierte Präparate ein wie Omega 3,6,9 / Vitamin K/ 3000mg Vitamn C/ ein Venenpräparat mit Ginkgo,Zimt und Ingwer/ Mucokehl aus der Sanum-Therapie und auf Anraten ihrer Ärztin 1-3 mal täglich ASS.

Vor dem Befund hatte sie keine Symptome,. Jetzt, nach 2 Wochen Einnahme der alternativen Mittel, hat sie mehrmals täglich auf der linken Seite ein kurzen heftiges Stechen in der Schläfengegend.

Meine Frage ist a) ob diese Stiche ein Zeichen für eine Veränderung an einem Gefäß (gut oder schlecht) sein können und b) ob es vertretbar ist, eine evtl. OP für ein Vierteljahr rauszuschieben

Frau Petra H Antwort vom 25.11.2017 16:31 Uhr

Sehr geehrter Herr dr. Hertrich,

 

ich habe zu diesem Thema noch einmal eine Frage.

In den vergangenen 2 Wochen hatte ich doch gelegentlich kurzuzeitig Sehstörungen bzw. Schwindel. Ich erwäge jetzt doch ernsthaft eine OP, weil ich Angst bekomme.

Meine Frage ist : Wie schnell nach einer Halsschlagader-OP darf man eine Flugreise machen ?

Ich würde vielleicht noch im Dezember inen OP-Termin bekommen - aber wir haben ab 23.12. eine Reise gebucht, die würde ich sehr gerne wahrnehmen. Mein Hausarzt sagt, es wäre auch nicht schlimm, wenn die OP erst im Januar wäre.... aber wenn es möglich wäre, Ende Dezember zu reisen, würde ich die OP lieber dann schon hinter mir haben. Spricht etwas gegen einen Flug ?

Herr Dr. med. Frank Hertrich Antwort vom 25.11.2017 18:09 Uhr

Hallo,

 

bei einer unkomplizierten Carotisoperation kann nach 10 tagen wieder geflogen werden.

 

Mfg

FHertrich

Frau Petra H Antwort vom 25.11.2017 18:33 Uhr

Vielen Dank für die schnelle Antwort.

Dann hoffe ich mal, dass ich noch im Dezember rechtzeitig einen OP Termin bekomme ... und dass die OP gut läuft.

Frau Petra H Antwort vom 08.08.2017 13:46 Uhr

Vielen Dank, Herr Dr. Hertrich, für Ihre schnelle Antwort. Das Angio-CT wurde ja bereits gemacht.

Cholsterin-Werte sind nur ganz leicht erhöht (230) , Bluthochdruck besteht nicht wirklich (Werte zwischen 130:80 bis max 145:70oder80)

Omega 3,6,9, sollen ja zusätzlich günstig auf den Cholesterinwert wirken, Ginkgo,Zimt und Ingwer sind wohl günstig gegen "Verklebungen" vom Blut.

Was mir so Angst macht, sind die unterschiedlichen Meinungen zu der 80%-Verengung. Manche laufen damit seit Jahren rum - manche sagen: man ist mit dieser Verengung hochgradig Schlaganfall-gefährdet.

Wenn die Stiche in der Schläfe nichts damit zu tun haben ( vielleicht sind da wieder Probleme im HWS-Bereich, hat sie öfters...), dann ist sie tatsächlich symptomfrei. Wie beurteilen Sie die Schlaganfall-Gefährdung?

Frau Petra H Antwort vom 08.08.2017 13:50 Uhr

Nachtrag : LDL -CHOL liegt bei 147

 

Herr Dr. med. Frank Hertrich Antwort vom 08.08.2017 14:17 Uhr

Hallo,

 

das LDL muss unter 100, damit ein Fortschreiten der Stenose aufgehalten wird.

Bei einer 80%igen Stenose ohne Symptome ist das Schlaganfallrisiko für die nächsten 3 Jahre ungefähr so hoch wie das Risiko einer Komplikation bei der Operation (also ca 3-6%, aghängig von den zusätzlichen Risikofaktoren und nach Erfahrung des Operateurs).

mfg

FHertrich

 

Herr Dr. med. Frank Hertrich Antwort vom 08.08.2017 13:18 Uhr

Hallo,

Normalerweise werden asymptomatische Carotisstenosen nicht operiert. Stiche in der Schläfengegend haben definitiv nichts mit der Verengung zu tun.

Hier sollte eine maximale konservative Therapie eigeleitet werden: 100mg ASS täglich, ein Präparat zum Senken des LDL-Cholesterins auf unter 100mg/l und strenge Einstellung des Blutdrucks (natürlich auch Nikotin-Stopp).

Die alternativen Mittel schaden wohl nicht, nützen allerdings nicht nachweislich. Eine Verringerung der Stenose ist hierdurch definitiv nicht möglich!

Die nächste Kontrolle ( Duplexsonographie) ist dann in 3 Monaten anzuraten, wenn keine Vernderung des Stenosegrades einritt, kann dann auf 6-monatige Intervalle erweitert werden. Bei Zunahme der Verengung: Angio-CT und Vorstellung beim Gefäßchirurgen.

mfg

FHertrich

 

 

 

 

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