Forenthema:Gesundheitsvorsorge – Prävention – Krankheiten
Forentitel:Schilddrüsenerkrankungen
Beitrag:Nebenniereninsuffizienz + Schilddrüsenunterfunktion
AutorFrage an den Experten
Frau anomar vom 03.05.2017 17:22 Uhr

Sehr geehrtes Expertenteam,

Ich schreibe hier für die Mutter meines Partners, daher kann ich leider nicht ganz so genau Auskunft geben da mir die Details zu wenig bekannt sind. Ich hoffe jedoch Sie können mir einen Schritt weiterhelfen:

Nach beendeter Bestrahlung aufgrund von Brustkrebs wurde bei der genannten Dame (61 Jahre alt) vor ca. 5 Jahren aufgrund von Schwindel & Verwirrtheit ein Natriummangel festgestellt. Dieser wurde darauf während einem Spitalaufenthalt von ca. einer Woche mittels Kochsalzlösung substituiert.

Danach war sie ca. ein Jahr lang beschwerdenfrei. Das Prozedere wurde in den letzten 5 Jahren nach Eintreten derselben Beschwerden noch 3x wiederholt.

Vor einem halben Jahr nun traten die Beschwerden wieder auf. Ohne Gründe zu nennen, wurde dieses Mal nur einen Tag lang substituiert. Gleichzeitig aber weitere Tests durchgeführt, die eine sekundäre Nebennierenrindeninsuffizienz (Ursache Panhypopituitarismus) ergaben. Sie erhielt Hydrocortison 10mg (1x täglich). Nach darauf folgendender rapiden Gewichtszunahme wurde zudem eine Schilddrüsenunterfunktion diagnostiziert (Werte sind mir leider nicht bekannt). Dafür erhielt sie Eythyrox 50 (1x täglich) verschrieben. 

Seit diesem Zeitpunkt hat die Gewichtszunahme zwar gestoppt, sie fühlt sich aber lustlos, depressiv, appetitlos, aufgebracht und kann nicht mehr als 2-4h pro Nacht schlafen (was die Symptome wahrscheinlich noch verstärkt).

Ihre Endokrinologin macht zwar weitere Tests, die Mutter meines Partners fühlt sich aber zu wenig von ihr Ernst genommen. Es wurde ihr gesagt die Symptome lägen nicht an der Krankheit sondern grundsätzlich an ihrer psychischen Verfassung. Dies zu Unrecht, da es ihr vor der Therapie psychisch gut ging.

Es ist mir bekannt, dass die Nebenniere wie auch die Schilddrüse Auswirkungen auf die Psyche haben können. Wie sieht es mit den genannten Medikamenten aus? Ist es möglich dass diese die psychisch depressive Verfassung auch erst auslösen können? Was gäbe es da abzuklären?

Ich weiss die Fragen sind sehr schwierig aus der Ferne zu beantworten, es wäre aber schön wenigstens einen Ansatz zu haben wo man allenfalls die Ärztin bitten könnte weitere Abklärungen zu machen, wenn sie es nicht von sich aus tut.


Besten Dank!

Herr Dr. med. Werner G. Gehring Antwort vom 05.05.2017 18:25 Uhr

Sehr geehrte Frau Anomar, das Endokrinum und die Psyche sind in der Tat eng miteinander verknüft, sodass evtl. suboptimale Hormonsubstitutionen sich auswirken könnten. Ohne die Testergebnisse zu kennen, ist allerdings keine Beurteilung der Situation möglich.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Werner G. Gehring
Frauenarzt,  Reproduktionsmedizin und Endokrinologie

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Schilddrüsenerkrankungen

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