Forenthema:Gesundheitsvorsorge – Prävention – Krankheiten
Forentitel:Lungenkrankheiten
Beitrag:Starker Reizhusten nach Infekten
AutorFrage an den Experten
Frau Jenny999 vom 06.05.2012 17:23 Uhr

Sehr geehrte Damen und Herren,

ich werde schon seit vielen Jahren (20) auf Asthma behandelt. Ich war diesbezüglich auch schon drei Mal auf Kur (Nordsee und Berge).

Als Grundschulkind wurde ich immer wieder auf Bronchitis behandelt. Mit ca. 20 Jahren wurde dann Asthma diagnostiziert. Ich bin 42J. 1,86m und 85 kg. Sportlich- und Nichtraucher und trinke wenig Alkohol.

Vor zwei Jahren hatte ich zwei Lungenendzündungen und einen MRSA-Keim in der Lunge (Krankenhausbehandlung), welcher wohl auch wieder weg ist.

Nach jedem kleinen Infekt oder Schnupfen bekomme ich einen starken Reizhusten und diesen habe ich dann viele Monate und bekomme ihn nicht mehr in den Griff. Ich fühle mich dann nicht mehr leistungsfähig. Ich kann nicht mehr joggen gehen, da ich sofort wieder einen Hustenanfall bekomme.

In den letzten Jahren habe ich schon einiges an Medikamenten genommen (Allergospasmin, Pullmikort, Bronchoretard, Berodual, Flutide).

Aktuell nehme ich 2 x 1 Hub Symbicort 160/4,4 und 1 Hub Easyhaler 0,4 mg.

Auch habe ich die letzten 10 Tage Kortison in Tablettenform genommen (leider habe ich die Packung nicht mehr).

Aber es wird wiedermal nicht besser. Es verändert sich überhaupt nichts.

Der Lungenfunktionstest fällt bei mir grundsätzlich schon seit Jahren immer sehr gut aus. Beim Röntgen kann nichts auf meiner Lunge erkannt werden. Meine Blutwerte sind unauffällig. Meinen Peakflowmeter blase ich bis zum Anschlag.

Ich habe es auch schon mit Mitteln wie Bronchipret etc. versucht. Auch nach 2 Wochen keine Besserung.

Meine HNO-Ärtzin hat im Herbst eine ganz leichte Schimmelpilz Allergie festgestellt.

Meinen Husten habe ich Zuhause, im Freien und in der Arbeit. Weg war der Husten letzten Sommer, als ich zwei Wochen ohne Medikamente an der Nordsee war. Danach hatte ich bis Jan. 2012 keinen Husten. Und nun plage ich mich schon wieder seit 5 Monaten. Die letzte Antwort meines Arztes war:"Da kann ich Ihnen auch nicht mehr helfen. Ziehen sie halt an die Nordsee, wenn es Ihnen da besser geht"!

Allmählich frage ich mich, ob ich überhaupt wirklich Asthma habe, wenn die ganzen Medikamente nichts bringen. Am besten geht es mir und absolut ohne Husten im Bett. Sowohl in der Nacht als auch in den frühen Morgenstunden. Aber kaum stehe ich auf, beginne ich zu husten.

Haben Sie vielleicht noch eine Idee, was das sein könnte?

Über einen Rat oder Tipp würde ich mich sehr freuen.

Vielen Dank im Voraus und viele Grüße

P.S. In der Wohnung haben wir meist nur Möbel, Böden oder Farben welche für Allergiker geeignet sein sollen. Schimmel haben wir keinen an den Wänden. Wir lüften sehr viel.

Herr Dr. med. Volker Schlegel Antwort vom 11.05.2012 09:28 Uhr
Sehr geehrte Frau Jenny999,  

vielen Dank für Ihre sehr interessante Schilderung. Sie ist so exakt, dass man auch aus der Ferne sich dafür aussprechen kann, dass Sie tatsächlich an einem Asthma bronchiale leiden, das allerdings zeitweise offenbar in der Symptomatik so reduziert, dass Sie sich völlig gesund fühlen. Dies ist naturgemäß an der Nordsee häufiger der Fall als zu Hause. Auch dürfte es Ihnen in Nordafrika bzw. am Mittelmeer wesentlich besser gehen als zu Hause. Diese alt bekannten Tatsachen sind zwar erfreulich, aber ändern nichts an der Diagnose, die erforderlich macht, dass man regelmäßig und dauerhaft bzw. konsequent einen Schützer nimmt und das sind zum Beispiel Mittel wie Symbicort, Pulmicort oder Flutide. Nur wenn man diese Mittel regelmäßig nimmt und zwar lebenslang. Und wenn diese Mittel bei Bedarf so erhöht, dass der Schutz ausreichend ist (Infekte, Allergien, Wetterumschwünge, Stress, Belastung usw.), dann kann man das sehr wechselhafte Geschehen des Asthmas wirklich in Griff halten. Das Entscheidende dabei ist, dass der Patient sehr viel lernt und sich sehr gut kennt, denn ebenso wie wir bei verschiedener Witterung, zum Beispiel im Sommer wesentlich weniger als im Winter anzieht, um nicht zu frieren, genauso muss der Schutz den tatsächlichen Erfordernissen bei manchmal fast täglich angepasst werden und zwar mit Sorgfalt und gutem Wissen. Dies lernen Sie in einer Asthmanachschulung und Sie trainieren dies auch mit einem Spezialisten, weil ohne gutes Üben und Trainieren hier gar nichts geht. Es ist möglich, dass Sie durch eine exakte Behandlung und entsprechende Disziplin ein vollkommen beschwerdefreies Leben auch zu Hause führen können. Die Allergie ist, wie Sie selbst bemerkt haben, nur einer von sehr vielen Faktoren, die hier eine Rolle spielen. Für manche Menschen ist gerade dieser Faktor so gering, dass er eigentlich gar nicht ins Gewicht fällt. Viele andere Faktoren sind hier wichtiger. Sie müssen gemeinsam mit einem Spezialisten von Ihnen kriminalistisch und detektivisch  erkannt und in Ihrem Gesamtkonzept berücksichtigt werden. Dann wird es Ihnen in jedem Falle gut gehen.

Alles Gute

 Mit freundlichen Grüßen

Dr. med. Volker Schlegel


Dr. med. Volker Schlegel
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