Forenthema:Sport und Bewegung
Forentitel:Kraft, Ausdauer & Vitalität durch Vitalstoffe (Vitamine, Aminosäuren etc.)
Beitrag:Dreikampfsport - national
AutorFrage an den Experten
Herr Magnussen vom 25.09.2007 10:50 Uhr
Ich betreibe aktiv national Kraftdreikampf - bitte geben Sie mir einen Rat für sinnvolle Supplementierungen [kein Doping] sowohl für den Muskelaufbau wie für den Energiestoffwechsel.
Dankeschön für Ihre Empfehlungen - mit freundlichen Grüßen "Magnussen".
Herr Dr. med. Axel Kunz Antwort vom 26.09.2007 17:26 Uhr

Sehr geehrter Herr Magnussen,

bei der von Ihnenen betriebenen Kraftsportart sind aus (ernährungs)medizinischer Sicht folgende Anmerkungen zu machen:

Mit der Nahrung erhält der Körper die wichtigsten Bausteine zur Vergrößerung der Muskelmasse. Lebensmittel zum Aufbau von Muskelmasse müssen einen hohen Anteil an Proteinen (Eiweiß) bereitstellen. Am effektivsten wird das Nahrungsprotein in Muskelprotein umgebaut, wenn es ein bis zwei Stunden nach dem Training und in der nach dem Training zu empfehlenden Erholungspause von  24 - 48 Stunden, in der der erwünschte Muskelaufbau stattfindet, verzehrt wird.  Sportler, insbesondere Kraftsportler, haben im Gegensatz zu Nicht-Sportlern einen erhöhten Proteinbedarf  (1,1 - 1,3 g Eiweiß/kg Körpergewicht) .Durch die größere Muskelmasse steigt der Umsatz des Proteins an.Gerade für den Sportler empfiehlt sich daher die zusätzliche Zufuhr von hochwertigen BCAAs, dieses steht für „Branched Chain Amino Acids“,was verzweigtkettige Aminosäuren bedeutet. Diese werden im Körper in die einzelnen Aminosäuren aufgespalten und optimal zum Muskelaufbau verwendet. Ihre den Muskel-Aufbau beziehungsweise Erhalt unterstützende – so genannte antikatabole – Wirkung beruht auf einer verbesserten Aufnahme von freien Aminosäuren in die Zellen und einer verbesserten Sensibilisierung der Zellen gegenüber dem Hormon Insulin, das für die Aufnahme von Glucose (Zucker) - dem bedeutensten Energielieferanten der Muskelzelle- verantwortlich ist. 

Zu beachten ist zusätzlich, wird im aeroben Bereich trainiert, kommt es zu einer erhöhten Bildung Freier Sauerstoffradikale- „Oxidativer Stress“. Sie vermehren sich im Körper in Form von Kettenreaktionen, indem sie dem angegriffenen Molekül ein Elektron entreißen und dieses selbst zu einem Freien Radikal machen. In hoher Zahl können sie die DNA, körpereigene Proteine, Fette und Aminosäuren schädigen. Des Weiteren greifen Freie Sauerstoffradikale auch Zellmembranen an - diesog. Lipidperoxidation-, die reich an ungesättigten Fettsäuren sind. Schließlich führt das zur Veränderungen der Fettsäuren, Zell- und Gewebsstörungen, was zur Leistungsminderung und in der Folge zur frühzeitigen Gewebsalterung beitragen kann. 

Neben dem Bedarf an hochwertigen BCAAs erhöht Ihr intensiver Sport somit den Bedarf an Antioxidantien, wie Vitamin C, E, A, Betacarotin , B-Vitamine, Ubichinon - CoenzymQ10, Selen, ZinkMangan und Kupfer. Ein Mangel an Antioxidantien verstärkt die Stressanfälligkeit und somit das Erkrankungsrisiko. 

Achtung!
Neben dem Krafttraining ist ein regelmäßiges Ausdauertraining notwendig,
da nur dieses eine ausreichende Stärkung des Herz-Kreislaufsystems garantiert. Krafttraining ohne Ausdauersport führt stets zu einem Missverhältnis zwischen Gesamtkörpermuskulatur und Herzmuskel, das heißt zwischen Kraft und kardiovaskulärer Fitness.

Ich hoffe Ihnen mit diesen Ausführungen weitergeholfen zu haben

Mit freundlichen Grüssen aus Darmstadt

Dr. A. Kunz

 


Dr. med. Axel Kunz
Allgemeinmediziner • Umweltmedizin, Ernährungsmedizin
Holzhofallee 35
D - 64295 Darmstadt
Telefon 49 6151 311359
Telefax 49 6151 311344
e-Mail info@praxis-kunz-seifert.de
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Herr Magnussen Antwort vom 26.09.2007 19:55 Uhr
Lieber Herr Dr. Kunz, für Ihre ausführlichen Informationen danke ich Ihnen - ich habe Ihre Antwort mehrfach ausgedruckt und werde sie meinen Teamkollegen mitbringen.

Dankeschön

Ihr Magnussen
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